| EINMALZULAGEN-SKANDAL. VPOD FORDERT ABSCHAFFUNG DES SOGENANNTEN LEISTUNGSLOHNS BEIM KANTON ZÜRICH |
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| Geschrieben von: Admin |
| Sonntag, den 10. Juli 2011 um 19:09 Uhr |
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Der heute publizierte Bericht des Regierungsrats über die Verteilung der Einmalzulagen unter den Mitarbeitenden des Kantons per 2010 zeigt dasselbe Bild wie für das Jahr 2009 (vgl. Antwort des Regierungsrats auf KR-Nr. 156/2010): Das männliche Kader profitiert vom sogenannten Leistungslohn, Frauen und Mitarbeitende in tieferen Lohnklassen haben das Nachsehen. Ohne Bildungsdirektion, die mit ihrem überproportional hohen Frauenanteil das Problem verschleiert, haben lediglich 10 % der beim Kanton beschäftigten Frauen gegenüber 15 % der Männer eine Einmalzulage erhalten. Dazu kommt: Je höher die Lohnklasse der Mitarbeitenden, umso grösser die Chance auf die Einmalzulage (LK 1 – 10: 5 % der Mitarbeitenden, LK 11 – 20: 14 % der Mitar beitenden, LK 21 – 29: 19 % der Mitarbeitenden). Mit steigender Lohnklasse erhielten zudem mehr Männer als Frauen eine Einmalzulage. Männer erhalten auch überdurchschnittlich viel Geld Auch bei der Verteilung der Franken und Rappen zeigt sich eine deutlich ungleiche Verteilung auf Frauen und Männer: Durchschnittlich erhielten die Frauen mit Fr. 483 halb so hohe Einmalzula gen wie die Männer mit Fr. 933. Der Regierungsrat erklärt dies mit den von Frauen dominierten Volksschullehrkräften, die als Übergangsregelung einen Betrag von Fr. 520 erhalten haben. Dies stimmt nur bedingt. Die Diskriminierung zeigt sich auch bei einer Berechnung ohne Volksschul lehrpersonen: Die durchschnittliche Einmalzulage beträgt dann bei den Frauen Fr. 1010, bei den Männer hingegen Fr. 1‘345. Hier lässt sich auch eine interessante Lücke im Bericht des Regierungsrats finden: Wir erfahren nichts über die Unterschiede der Höhe der Einmalzulagen je nach Lohnklasse, in der Mitarbeitende eingereiht sind. Die Einmalzulagen können doch immerhin zwischen Fr. 500 und Fr. 8‘000 betragen.
Problem der Diskriminierung seit dem Jahr 2000 bekannt In seiner heutigen Medienmitteilung versucht der Regierungsrat den stossenden Bericht mit einem Verweis auf seinen Bericht über die individuellen Lohnerhöhungen für das Jahr 2010 zu rela tivieren, indem er darauf verweist, dass dort prozentual mehr Frauen als Männer profitiert haben. Das ist richtig: Im Jahr 2010 haben 28% der Frauen und 25% der Männer von einer individuellen Lohnerhöhung profitiert. Eine genauere Betrachtung dieses Berichts zeigt aber, dass Frauen – wie üb rigens auch die Mitarbeitenden in tieferen Lohnklassen – auch im Jahr 2010 bei Lohnerhöhun gen das Nachsehen hatten: Die Lohnerhöhung ist bei den Frauen mit durchschnittlich rund Fr. 1‘660 bedeutend geringer ausgefallen als bei den Männern, die im Durchschnitt rund Fr. 2‘160 erhielten. Obwohl fast 60 % der Mitarbeitenden mit Lohnerhöhung Frauen sind, erhielten sie zusammen weniger als 53 % des dafür gesprochenen Geldes.
Regierungsrat drückt sich um wirkungsvolle Massnahmen Frauen und Mitarbeitende in tieferen Lohnklassen werden seit Jahren bei der Verteilung der indi viduellen Lohnerhöhungen diskriminiert, wie den seit dem Jahr 2000 bekannten Zahlen zu ent nehmen ist. Dieselbe Diskriminierung zeigt sich nun auch wiederholt bei den Einmalzulagen. Und der Regie rungsrat beschränkt sich weiterhin auf Ermahnungen zur Besserung, anstatt endlich die einzig richtige Konsequenz daraus zu ziehen und den sogenannten Leistungslohn abzuschaffen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass das Leistungslohnsystem versagt und für eine gerechte Verteilung der Lohn erhöhungen vollkommen untauglich ist. Eine auf „Leistung“ bezogene Lohnentwicklung kann weder objektiv noch gerecht sein, sondern sie fördert Begünstigungen und Diskriminierung. Es ist nicht anzu nehmen, dass Frauen und Mitarbeitende in tieferen Lohnklassen objektiv schlechtere Leistungen erbringen als Männer und Angestellte in den oberen Lohnklassen – und das über Jahre hinweg. Worauf wartet der Regierungsrat noch? Ganze Medienmitteilung in PDF.
Weitere Informationen zu den Löhnen.
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 16. November 2011 um 00:10 Uhr |


